GGU-Fallbeispiel
Erkundung eines Grundwasserstauers durch Geoelektrik

Aufgabe
Morphologie des Grundwasserstauers, Grundwasserabflußrichtung

Meßverfahren
geoelektrische Widerstandssondierungen (WS)

Vorgehensweise/Ergebnisse
Die im 50 m-Abstand durchgeführten  Widerstandssondierungen liefern entlang der Meßlinie ein klares Bild des dreischichtigen Untergrundaufbaus.
Die Deckschicht unterscheidet sich je nach den örtlichen Gegebenheiten. Ihre Mächtigkeit variiert zwischen 0,9 m und 4,4 m. Im Bereich landwirtschaftlicher Nutzflächen ist sie mit einem Mittelwert von rund 70
W m relativ geringohmig (Mutterboden, bindige Anteile, Düngung). Die Deckschichten in den untersuchten Waldabschnitten sind dagegen hochohmig (Mittelwert bei 300 Wm). Diese Werte belegen das Fehlen einer ausgeprägten Mutterbodenschicht über dem Sandboden.
Die mittlere Schicht weist i.d.R. eine Mächtigkeit von etwa 10 m auf, die jedoch gegen Osten bis auf weniger als 4 m abnimmt. Diese hochohmige Schicht kann aufgrund der in der Nähe erbohrten geologischen Verhältnisse sowie den ermittelten Widerstandswerten eiszeitlichen Schottern zugeordnet werden.
Die Größe der Widerstandswerte paßt sehr gut zu den zu erwartenden hohen Wasserdurchlässigkeiten. Die Werte variieren je nach Zusammensetzung der Schicht. Eine Widerstandserniedrigung (= Leitfähigkeitserhöhung) wird beispielsweise durch die Verringerung der Korngröße, Feuchteanstieg und Erhöhung des Gehaltes an gelösten Salze verursacht.
Die niederohmige Schicht im Liegenden ist den sandigen Schluffen bis Tonen des gesuchten Grundwasserstauers zuzuordnen. Die niedrigeren Widerstandswerte im Osten zeigen einen dort höheren Anteil an tonigen Bestandteilen an.

Kostengrößenordnung der Untersuchung: ca. 3 TEur