GGU-Fallbeispiel
Detektion der Verankerung von Beton-Fassadenplatten

Aufgabe
An vorgehängten Fassadenplatten aus Stahlbeton wurde Korrosion festgestellt. Es bestand die Frage, wo sich die Verankerungsstellen der Platten befinden, um diese dann gezielt durch Öffnen und Freilegen auf Zustand und Korrosion prüfen zu können.

Meßprogramm

    w höchstauflösende Bauradarkartierung

Vorgehensweise/Ergebnisse
Durch die zunächst vom Auftraggeber durchgeführte Infrarot-Aufnahme konnten die Verankerungsstellen nicht detektiert werden, da sich die Plattenbewehrung ungünstig auswirkte. Auch für das Radar bedeutet die Bewehrung eine Erschwernis. Allerdings erlaubt der Einsatz eines hochauflösenden Sensors in Verbindung mit einem sehr engen Meßraster eine detaillierte Überprüfung der Bewehrungslage sowie der darin befindlichen Aufhängekonstruktion sowohl lateral wie in der Tiefe.
Die Meßdaten werden beim Radar entlang von Meßlinien aufgenommen. Da das Radarsignal polarisiert ist, spricht es auf die Stabrichtung der Bewehrung selektiv an. Aus diesem Grunde ist die Messung in zwei Meßrichtungen durchgeführt worden. Die Abb. unten zeigt links zwei Datensätze (Radarzeitscheiben) aus vertikaler bzw. horizontaler Meßrichtung. Durch  Auswertung aller Radardatenformen (Zeitscheiben und Radargramme, siehe Abb. unten rechts) können die Positionen der Verankerungen bestimmt werden (siehe Abb. unten, 2.von rechts).

Kostengrößenordnung
Detailmessung an Platten von insgesamt ca. 20 qm Meßfläche, ca. 2 TEuro


Foto oben: untersuchte Fassadenplatte

Foto rechts: geöffnete Stelle mit korrodierter Verankerung

Abb. unten
1. von links: Radarzeitscheibe (C-Scan) mit horizontalen Strukturen
2. von links: wie vor, jedoch mit vertikalen Strukturen
                   (Es ist ein Tiefenbereich vor der Bewehrungsmatte dargestellt.
                   Teilweise sind noch die Stäbe der Bewehrungsmatte zu sehen.)
1. von rechts: Radargramm (B-Scan) auf der Linie A-A’
2. von rechts: Ergebnis der Radargramm- und Zeitscheibenauswertung