GGU-Fallbeispiel Zustandsbeurteilung einer Betondecke mit Ultraschall Aufgabe
Zielsetzung der Untersuchung war die möglichst flächendeckende und lückenlose Erfassung von
schadhaften Zonen einer Geschoßdecke aus Beton. In dem betreffenden Gebäude war mit aggressiven Chemikalien gearbeitet worden. Insbesondere befanden sich im Geschoßboden Kanäle, durch welche Säuren abflossen. Einige
Flecken an der Decke zeigten an, daß Flüssigkeit aus den Kanälen in die Betondecke eingedrungen war. Es bestand somit der Verdacht, daß die Decke schadhaft geworden war. Die Abbildung 1 zeigt die Geschoßdecke
von unten. Gut zu erkennen sind die Stege der Kassettendecke sowie einer der Unterzüge an denen die Untersuchungen durchgeführt wurden. In der Abbildung 2 ist ein Abschnitt des Säureablaufkanals im Deckenboden zu sehen.
Meßprogramm
w Ultraschall-Kartierung Ergebnis
Es wurden Ultraschallmessungen gemäß DIN ISO 8047 "Festbeton - Bestimmung der Ultraschallgeschwindigkeiten" durchgeführt. Danach kann die
Wellengeschwindigkeit zur Abschätzung der Gleichmäßigkeit des Betons, der Abgrenzung von Bereichen schlechter Güte bzw. geschädigten Betons im Bauwerk
dienen. Eine quantitative Aussage über die Betonfestigkeit ist nur durch Korrelation mit den direkten Methoden erlaubt. Gegebenenfalls ist die Wellengeschwindigkeit z.B.
durch Prüfung der Bruchfestigkeit an Bohrkernproben zu kalibrieren. In dem gezeigten Falle ist dieser Schritt nicht durchgeführt worden.
Die in einem Meßraster von 40 cm an der Kassettendecke und mit einem Abstand von 25 cm an den Unterzügen durchgeführte Kartierung erbrachte eine Übersicht der
Wellengeschwindigkeiten. Die Abbildung 3 zeigt den Deckenaufbau sowie die Durchschallungspositionen an den Kassettendeckenstegen. In Abbildung 4 sind die
Meßpositionen an den Unterzügen zu sehen. Insgesamt wurde an nahezu 3.000 Stellen gemessen. Eine qualitative Zustandsbewertung wurde durch einen Vergleich mit einem
abschätzungsweise ermittelten Normalwert der Wellengeschwindigkeit durchgeführt. Angenommen wurde dabei, daß Beton gleicher Güte eingebaut wurde. In Abbildung
5 sind die an der Kassettendecke ermittelten Wellengeschwindigkeiten aufgetragen. Man erkennt, daß nur sehr wenige Werte unter 3,6 km/sek vorkommen. Der Mittelwert bei 4,05 km/sek wurde als Normalwert angesehen. Werte unter 3,6 km/sek weichen deutlich vom Normalwert ab, was bedeutet, daß die entsprechenden Stellen deutliche Schäden aufweisen. In den
Bereichen in denen Werte zwischen 3,6 und 3,8 km/sek auftreten, sind ebenfalls Schäden zu erwarten. Sie korrespondieren inetwa mit dem
Verlauf der Säurekanäle. Bereiche über 3,9 km/sek können dagegen als nahezu unbeeinflußt angesehen werden.
In diesem Falle hat sich der Betonzustand, erkennbar an den allgemein noch relativ hohen Werten (abgesehen von lokalen Bereichen) insgesamt
wenig vermindert. Eine geringe Verschlechterung ist jedoch großflächig zu beobachten, was auf eine weite Ausbreitung der bedenklichen Säure
deutet. Die schadhaften Stellen sind in Abb. 6 durch durchgezogenen Linien (Werte unter 3,8 km/sek) dokumentiert. Die gepunkteten Linien (Werte unter 3,9 km/sek) belegen den weiterhin noch deutlich beeinflußten Bereich.
Der Betonzustand wird sich im Laufe der Zeit aufgrund der verbleibenden Säure weiter verschlechtern, sofern sie nicht neutralisiert wird. Fazit
Durch eine nahezu flächendeckende Untersuchung konnten bereits geschädigte Stellen dokumentiert werden.Kostengrößenordnung Messung, Auswertung, Bericht: ca. 6 TEur (inklusive Unterzüge: ca. 10 TEur) |