GGU-Verfahrensbeschreibung Die Widerstandsgeoelektrik Seite 1 von 4 (Gleichstromgeoelektrik) Aufgabe Einfache Abschätzung bis hin zur quantitativen Ermittlung der strukturellen
Untergrundsituation aufgrund der Verteilung des spezifischen elektrischen Widerstandes bzw. der Leitfähigkeit. Verfahrensvarianten Kartierung/Profilierung
liefert flächenhafte oder linienhafte Aussagen in Form von integralen Werten (= Resistivity Mapping, Profiling) Sondierung
liefert an einer Stelle Aussagen über den etwaigen vertikalen Schichtaufbau (= VES Vertical Electrical Sounding, Resistivity Sounding) Sondierungskartierung
liefert entlang einer Linie Aussagen über den ungefähren Schichtaufbau (= Resistivity Imaging, Tomography) Anwendungen Geologie, Hydrogeologie Erkundung nach
Grundwasserleitern und -stauern, geol. Störungen und Verwerfungen, Lagerstätten, Erosionsrinnen, Plazierung von Bohrungen, Verkarstung Baugrund, Altlasten Abschätzung von
Schichtmächtigkeiten, Suche nach Hohlräumen und größeren Bauwerksresten, Deponiegrenzen und -gliederung, Schadstoffahnen Weiteres
archäologische Vorerkundung, Feuchte-Salzverteilung in der Bauwerksdiagnostik Spezifischer Widerstand
Der spez. Widerstand r (spez. Leitfähigkeit s = 1/r)
ist eine elektrische Materialeigenschaft. Alle Bestandteile eines Materials tragen zu diesem Kennwert bei. In erdfeuchten, mineralischen Materialien dominiert i.a. die Ionen- gegenüber der Elektronenleitfähigkeit. D.h., daß geringe Widerstände v.a. durch den Wassergehalt bzw. die darin gelösten Salze (Ionen) verursacht sind. Die Zustände trocken oder feucht prägen den Gesamtwiderstand eines Materials und führen zu einer großen Widerstandsbandbreite für ein und dasselbe Material. Ermittelte Werte lassen also keine direkten Aussagen zu (z.B. Gesteinssorte), sondern geben nur Hinweise. Unter Einbezug weiterer Informationsquellen können aber in der Regel konkrete Schlüsse gezogen werden.
Anhaltswerte für spez. Widerstände, die u.U. in der Praxis deutlich davon abweichen können, sind wie folgt:
Wm  Ton (erdfeucht) 5 - 20 Wm Schluff (erdfeucht) 20 - 100 Wm
Sand (erdfeucht) 100 - 1000 Wm Kies (erdfeucht) über 1000 Wm Sand, Kies (gesättigt) 50 - 200 Wm verwittertes Gestein 100 - 1000 Wm
Tonstein 100 - 1000 Wm Sandstein 200 - 5000 W
m unverwitt. Tiefengestein über 5000 Wm Süßwasser 20 Wm Salzwasser unter 1
Wm
Verfahrensgrundlagen Bei der Widerstandsgeoelektrik wird dem Untergrund bzw. Bauwerk über zwei Stromelektroden A und B ein Gleichstrom I zugeführt. Man
betrachtet den stationären Fall, in dem das elektrische Feld E allein aus dem Potential U abgeleitet werden kann: E = -gradU.
Entsprechend der räumlichen Verteilung des spez. Widerstandes stellt sich ein zeitunabhängiges elektr. Feld bzw. das damit verbundene Potential
U ein. Zwischen zwei Sonden M und N kann die Potentialdifferenz an der Oberfläche gemessen werden:
Der die Sonden- bzw. Elektroden-Abstände r enthaltende Ausdruck (in eckigen Klammern) wird als Konfigurationsfaktor K zusammengefaßt. Er
berücksichtigt die verwendete Anordnung der Sonden und Elektroden an der Oberfläche. Der spez. Widerstand ergibt sich damit zu r = K*DU/I.
Da bei geschichtetem oder inhomogenem Untergrund die Meßgröße nicht nur durch den Kennwert einer einzelnen Schicht bestimmt wird, sondern
in Abhängigkeit der Eindringtiefe durch integrale Werte beeinflußt wird, ergibt sich bei praktischen Untersuchungen der sog. scheinbare spez. Widerstand rs = K*D
U/I. Der Meßwert beinhaltet Anteile aus einem großen Meßvolumen. Dies ist in den Abb. 2, 5 und 8 stark vereinfacht durch Kreise symbolisiert. [nächste Seite] |