GGU-Verfahrensbeschreibung Das Georadar Seite 1 von 4
Aufgabe  Hochauflösendes Verfahren zur Bestimmung von Strukturen oder zur Objektdetektion im
Untergrund und im Bauwerk aufgrund der Ausbreitung elektromagnetischer Wellen. Seltener: Ermittlung von Materialeigenschaften.
Untergrund
- Altlasten
(z.B. Ablagerungen, Industriebrachen) Ziele: Objekte (Tanks, Fässer)
- Baugrund
(z.B. Baugruben, Leitungstrassen) Ziele: alte Bauwerksreste, Objekte, Hohlräume, Leitungen)
- Geologie
Ziele: Hohlräume, Boden- und Sedimentschichten, Wassertiefen und Ablagerungen im flachen Süßwasser
Bauwerke
- Beton- und Stahlbetonbau
(z.B. Brücken, Tunnel, Staubauwerke, Industriebauwerke) Ziele: schlaffe und Spannbewehrung, Bauteilaufbau (Dicken), Fehlstellen (z.B. Hohlstellen, Kiesnester, Feuchte)
- Mauerwerk
(z.B. in historischen Gebäuden) Ziele: struktureller Aufbau (Schalen, Dicken), Einbauteile (Klammern, Dübel, Anker, Hölzer), Schadstellen (Risse, Ablösung), Feuchte- und Salzverteilung,
Sanierungskontrolle
- Verkehrswege
(z.B. Straßen, Gleise) Ziele: Schichtdicken (Asphalt, Tragschichten), Schadstellen (Schichtablösungen, Schotterverschmutzungen und -säcke),
- Erdbauwerke
(z.B. Dämme) Ziele: Struktureller Aufbau, gestörter Aufbau
Sonstiges
- Archäologie
Ziele: Bauwerksreste, Objektdetektion, verborgene bauliche Situtationen
- Kriminalistik
Ziele: Objektdetektion (verborgene Kammern, verstecktes Gut), Leichensuche
Häufige Anwendungen (siehe Abb. 4 und 5)Verfahrensgrundlagen
Wellenausbreitung: Das Georadar beruht auf der aktiven Aussendung elektromagnetischer Wellen in ein Medium, meist in Form von Impulsen mit
Dominanzfrequenzen im Bereich von ca. 20 MHz bis 2 GHz. Die Wellenausbreitung hängt von den elektrischen Materialeigenschaften ab. Wesentlich hierfür sind die Dielektrizität e und die Leitfähigkeit s (Die Permeabilität m spielt in mineralischen Stoffen keine wesentliche Rolle.). Auf
seinem Weg wird das Radarsignal an Diskontinuitäten gestreut, reflektiert und gebeugt sowie durch Absorption in hohem Maße geschwächt. Reflexionsanordnung
(siehe Abb. 1): Diese Anordnung wird bei der gängigen Georadarmessung verwendet. Reflexionen finden an Kontrasten v.a. der Dielektrizität e aber auch der elektr. Leitfähigkeit s
statt. Die Wellengeschwindigkeit v ist v.a. von der Dielektrizität e abhängig. Es gilt die Näherung v = c/e
1/2 (c = Lichtgeschwindigkeit im Vakuum). Der Reflektorabstand d (z.B. Objektoberkante) berechnet sich aus der
Wellengeschwindigkeit v und der Laufzeit t des Signals zu d = 1/2t *v.
Entscheidend für die Radarreichweite ist die Höhe der Leitfähigkeit, welche die Absorption bewirkt. Daneben spielt auch die Signalstreuung durch
Inhomogenitäten eine große Rolle. Niederfrequente Signale haben eine größere Reichweite als hochfrequente Signale. Transmissionsanordnung
(siehe Abb. 2): Diese Anordnung wird eher bei Spezialmessungen verwendet. Ziele sind i.a. die Wellengeschwindigkeit
bzw. die Dielektrizität und/oder die Signalabsorption zur Charakterisierung von Materialparametern (z.B. Feuchte, Salze) oder Strukturanalysen (z.B. Radartomographie).
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